Archive for the ‘Burnout die Krankheit’ Category

Menschen mit Borrelliose werden oft wie Depressive behandelt

Quelle: http://www.internisten-im-netz.de/de_aktuelle-rheuma-meldungen_1772_0_872_menschen-mit-borrelliose-werden-oft-wie-depressive-behandelt.html, 27.05.2010

Borreliose-Patienten werden nach Ansicht des Mediziners Kurt Müller zu oft falsch behandelt,.
Sie erhielten Antidepressiva, weil die Symptome der durch Zecken übertragenen Krankheiten falsch gedeutet würden. «Borreliose tritt oft mit sehr diffusen Anzeichen auf, wie Müdigkeit und Erschöpfung, Schweißausbrüchen und einer abnehmenden körperlichen und psychischen Belastbarkeit», sagte der Experte für sogenannte Multisystem- Erkrankungen aus Waltenhofen nahe Kempten im Allgäu der Nachrichtenagentur dpa. Oft hätten Borreliose-Patienten auch weniger Serotonin im Blut, ein als «Glückshormon» bekannter Stoff. «Bei sinkendemSerotoninspiegel treten oft depressive Symptome auf.»Über die Krankheit wollen Experten von Freitag an in Bad Herrenalb (Kreis Calw) beraten. Auf der dreitägigen Jahrestagung der Deutschen Borreliose-Gesellschaft, einer Vereinigung von Wissenschaftlern und Ärzten, befassen sie sich auch mit zusammenhängenden Infektionskrankheiten.

Wie häufig Patienten falsch behandelt würden, sei bislang nicht ausreichend untersucht, sagte Müller weiter. «Im Schnitt haben die Patienten eine fünf bis acht Jahre dauernde Leidensgeschichte hinter sich, bis die Borreliose entdeckt wird.» Bei einem großen Teil der chronischen Krankheiten sei heute nicht nur ein einzelnes Organ betroffen, sondern ganze Systeme im Körper, wie das Nerven-, oder Hormonsystem oder der Stoffwechsel. Auch die Borreliose gehört zu den Multisystemerkrankungen.

Nicht jeder Patient, der den Erreger in sich trage, erkranke auch an der Borreliose. «Übertragung heißt nicht Erkrankung», sagte Müller. Meistens halte die körpereigene Abwehr die Borrelien problemlos in Schach. Manche Menschen seien jedoch anfälliger. Eine solche Neigung entwickle sich wie bei Allergien schon im frühen Kindesalter.

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Psychiatrisierung des Alltags – Dr. Kurt Usar

Quelle: www.wfmtf.net

Psychiatrisierung des Alltags

Im Rahmen unseres solidarisch finanzierten Gesundheitssystems kann ein unangenehmer Zustand auf Kosten der Allgemeinheit nur dann angegangen werden, wenn er durch Etikettierung mit einer Diagnose zur Krankheit erhoben wird.

Abgeschlagenheit, Überlastung, Überdruss bei der Arbeit, Freudlosigkeit aufgrund von Überarbeitung werden erst dann ein Fall für die (solidarisch finanzierte) Medizin oder auch Psychotherapie, wenn die Diagnose Burnout gestellt ist (wobei es sich hier um auch in der „Fachwelt“ umstrittene Diagnosen handelt), viele Untersuchungen weisen darauf hin, dass Burnout-anfällige Persönlichkeiten durchaus nicht bei sich immer mehr verstärkendem Arbeitsaufwand in einen solchen Zustand hinein geraten („nur wer brennt, kann ausbrennen“), sondern zeitlebens in ihrer Einstellung zur Arbeit von negativen Erfahrungen geprägt sind.
Im Bereich der Psychiatrie, wo das Wägen und Messen noch immer weitgehend zurück steht hinter der Methodik, eine gewisse Liste an Symptomen durch Fachgesellschaften zur Krankheit zu erklären und also der Willkür Tür und Tor geöffnet ist, werden laut Hauptverband der Sozialversicherungsträger österreichweit aktuell nahezu eine Million Menschen psychologisch und psychiatrisch betreut, gut 90 Prozent von ihnen bekommen Psychopharmaka; aufgrund der Stigmatisierung durch viele psychiatrische Diagnosen ist mit einer Dunkelziffer zu rechnen, so dass manche Fachleute von einer Zahl von bis zu 1,5 Millionen Österreichern ausgehen, die aufgrund angeblicher psychiatrischer Krankheitsbilder medikamentös versorgt werden.
Der Versuch, psychiatrische Erkrankungen in Frühstadien zu erfassen (so die wohlmeinende Interpretation), führt zu immer breiter gefass-ten Krankheitskategorien: Wer nach dem Ableben einer ihm nahe stehenden Person länger als zwei Wochen trauert, qualifiziert sich bereits für eine behandlungsbedürftige depressive Störung.
Insbesondere in der Kinderpsychiatrie ist eine dramatische Entwicklung zu beobachten. Diagnosen wie Autismus und ADHS nehmen um Zehnerpotenzen zu binnen weniger Jahre; wiederum nach Zahlen der Sozialversicherungsträger – mit entsprechender Unschärfe – werden in Österreich mindestens 10.000 Kinder unter 10 Jahren derzeit mit Psychopharmaka behandelt und 30.000 Jugendliche unter 18 Jahren.
Wenn Psychiater und Psychologen behaupten, gut ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen hätte psychiatrische oder psychologische Probleme, ja schon 15 Prozent der Kindergartenkinder hätten Depressionen (sic!!!), liegt es nahe, dass hier Verhaltensweisen als Krankheiten eingestuft werden, die mit pädagogischen, innerfamiliären, schulischen, sozialarbeiterischen . . . Maßnahmen besser und für die Betroffenen langfristig ungleich weniger stigmatisierend behandelt werden könnten. Am erschreckendsten ist wohl die explosionsartige Zunahme der behaupteten Erkrankungen.
Die amerikanische Gesundheitsbehörde veröffentlicht Zahlen, denen zufolge 2011 in den USA etwa 500 Millionen Verschreibungen psychiatrischer Medikamente erfolgten. Unter den zehn meistverschriebenen Medikamenten kam es beinahe bei  allen zu Zuwächsen  im zweistelligen Prozentbereich gegenüber 2010, die drei erfassten Medikamente gegen ADHS nahmen prozentuell allesamt über 50 Prozent punkto Zahl der verordneten Packungen zu.
Eine der Stärken der Homöopathie liegt bekanntermaßen darin, dass – jeder gute homöopathische Arzt wird das seinen Patienten auch sagen – die hier gestellten Diagnosen lediglich den rechtlichen Gepflogenheiten der Medizin  geschuldet sind.
Sie bedeuten nicht eine (sei dies nun stigmatisierend empfunden oder nicht) Zuschreibung einer Erkrankung, sondern die Übereinstimmung mit einer Reihe von Arzneimittel- und Prüfungssymptomen, in der Hoffnung, ein Mittel gefunden zu haben, das die Selbstheilungskräfte des (psychisch) Erkrankten (?) in die Lage versetzt, einen leidfreien Zustand wieder zu erlangen.
Die zunehmend flächendeckende „Behandlung“ zumal von Kindern mit sich noch entwickelndem Gehirn hat wahrlich erschreckende Ausmaße angenommen.

Dr. Kurt Usar

Sommer 2012

Hier wollen wir nur daran erinnern, dass der Sommer eine wunderbare Zeit ist. Vergänglich ist er nie, in unseren Gedanken.

und eine der 3 Kirchen im Hintergrund

HORN im Sommer

„Das ist ja lächerlich, das muss ich doch schaffen.“ Eine neue Türe öffnet sich, wenn du eine andere schließt.

Im Leben geht es oftmals so dahin, wie es eben dahin geht. Man hat gelernt was zu tun ist wenn Dieses oder Jenes eintritt. Es ist klar was passiert, wenn man das eine so tut, oder wenn man es anders tut. Alles eine klare Sache – so denkt man. Doch dann tritt im Leben irgendetwas in den Vordergrund, das so eigentlich gar nicht passieren hätte dürfen. Man ist selbst plötzlich nicht mehr im Stande, Herr der Lage zu sein. Das übliche „normale“ Prozedere wird zur mega Belastung, und es geht nichts mehr so wie es noch vorher gegangen ist. Nicht einmal das Einkaufen im Supermarkt lässt sich ohne Probleme mehr meistern. Kleine Entscheidungen können nur sehr schwer oder überhaupt nicht mehr getroffen werden. Termine vereinbaren wird zur Qual. Selbst das verspüren von Wärme oder Kälte ist nur mehr sehr wage ausgeprägt. Brauche ich eine Winterjacke, wenn ich hinaus ins Freie gehe, am besten ich sehe zuerst auf dem Thermometer nach, ob es wirklich kalt ist. Eine klare Sache? Iwo, nichts davon ist mehr klar, auch diese Entscheidung wird zur größten Schwierigkeit. Solche Beispiele gibt es viele aus dem Leben eines Burnout-Erkrankten zu erzählen. Das Problem bei dieser Krankheit ist nicht die totale Verblödung von einem Moment auf den anderen, sondern bei klarem Verstand ist die Innere Welt massiv durcheinander geraten. Jede Stressbelastung, die bei Denkarbeit dann ausgelöst werden kann, führt sofort zur Unklarheit für eine eindeutige Entscheidung. d.h. Der Erkrankte möchte jetzt entscheiden ob er tatsächlich noch die Winterjacke anziehen soll, und da er sich nicht entscheiden kann, zieht er sie einfach an, auch wenn es draußen bereits Frühling ist, und die Themperatur über 18° C liegt. Dann macht er halt das, was er die letzten 2 Monate auch gemacht hat. Somit ist seine Entscheidung aufgeschoben worden, und eine innere Umstellung nicht erfolgt. So stellen wir uns weiter vor, dass sämtliche Entscheidungen in dieser Art dauernd anstehen, und jede einzelne derart behandelt wird. Man kommt also mit der Zeit immer weniger mit dem Aussen zurecht und versucht im Inneren eine Ordnung zu finden, die ja eigentlich da sein müsste.

„Das ist ja lächerlich, das muss ich doch schaffen.“

Aber es gelingt nur mehr mit unheimlichen Aufwand und sehr hoher Konzentration. Das kostet zusätzlich Lebenskraft, die weiter abgezogen wird von der Lebenskraft, die es nicht mehr ausreichend gibt. Bis am Schluss der Betroffene absolut keine Energie mehr verfügbar hat. Dann ist der Moment gekommen, wo selbst der Erkrankte nicht mehr übersehen kann, oder es einfach negieren kann, dass er am Ende seiner Lebens-Ressourcen angekommen ist.

Die Folgen sind dann oftmals verheerend, und enden meist in der Klinik, wo der Kranke zuerst wieder ansprechbar gepflegt wird, und dann die psychiatrische Behandlung begonnen wird. Weitere Aufenthalte in sogenannten Burnout-Rehabilitationseinrichtungen sind dann vorgesehen, wo der Patient lernt, wie er in die Lage kommt, seine persönlichen Dinge innen wieder zu ordnen. Die Fähigkeit wieder zurückgewinnt, sich auf bestimmte Dinge zu konzentrieren, und die Aufmerksamkeit zu seiner Umwelt wieder aufbaut. Und weitere wichtige Lebensgrundlagen werden dort mit dem Patienten erarbeitet. Die Dauer dieser Aufenthalte liegen bei ca. 6 Wochen. Freigänge sind während dieser Aufenthalte sehr genau begrenzt, und das ist auch gut so.

Man muß sich eben vorstellen, dass diese Erkrankung aus einem völlig intellektuell gesunden Menschen, einen auf psychischer Ebene völlig labilen, und bedürftigen Patienten macht. Diesen Menschen wieder aufzubauen, ist ein langwieriger Prozess, der seine Zeit benötigt, und wo auch der Patient sehr viel dazu beitragen kann, wenn er erkennt, dass er selbst am meisten tun kann, um wieder gesund zu werden. Carpe diem – denn dein Leben ist es wert, du bist es wert!

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