Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Es ist an der Zeit, das Richtige zu tun

FMA zeigt Waldviertler an

Der Schuhproduzent Waldviertler nimmt sich seine Kredite nicht bei Banken, sondern bei Freunden und Kunden. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) zeigte ihn an, weil er Bankgeschäfte ohne Konzession macht. Doch sein Geschäft läuft besser denn je, in der Wirtschaftskrise trifft er den Puls der Zeit.

Es ist eine Erfolgsgeschichte: 130.000 Paar Waldviertler Schuhe werden heute pro Jahr verkauft. Das Unternehmen wuchs in den vergangenen zehn Jahren ohne Pause und schuf in Schrems 100 neue Arbeitsplätze – in einer Region, die wirtschaftlich nicht gut dasteht.

Nebenbei baute der Unternehmer Heini Staudinger die größte Photovoltaikanlage des Waldviertels, mit dem Geld seiner Kunden. Sie zahlen 200 Euro für die Sonnenenergie und bekommen dafür Warengutscheine im Wert von 330 Euro zurück.

Drei Millionen Euro geborgt

1999 setzte die Bank seinen Kreditrahmen drastisch herab, obwohl er Gewinn machte. „Ich habe geglaubt, ich spinne. Das oberste Ziel war dann, bankenunabhängig zu sein“, sagt Staudinger. Das gelang ihm innerhalb von vier Jahren. Dann gründete er einen Sparverein. Freunde, Verwandte und Kunden geben ihm Geld. Er investiert es, etwa in eine neue Lagerhalle, und zahlt es verzinst zurück. Bisher borgte er sich drei Millionen Euro. „Dadurch konnten wir die Firma entwickeln, das wäre mit der Bank nicht möglich gewesen“.

Staudinger kämpft gegen die FMA

Dann zeigte die FMA Staudinger an. Er mache Bankgeschäfte ohne Konzession, weil er sich von mehr als einer Person gewerbsmäßig Geld borgt. Ihm drohen bis zu 50.000 Euro Strafe. „Ich lasse mir mein Modell von der FMA nicht zusammenhauen. Im Gegenteil, ich bin überzeugt davon, dass wir auch Vorbild sind“, so Staudinger. Das Modell boomt, mittlerweile muss er sogar Geld ablehnen. „Ein Kunde hat mir gesagt, das hat er von einer Bank noch nie gehört“, sagt er.

1.000 Mails von potenziellen Investoren bekam er, seit die FMA gegen ihn ermittelt. „Ein Banker hat mir geschrieben, dass das, was ich mache, nicht legal ist, aber legitim.“ Staudinger will keinen Cent Strafe zahlen, auch die Zustimmung der FMA ist ihm egal. „Ich will, dass das, was legitim ist, in Österreich auch legal ist. Es muss Bürgerrecht sein, sich selbst zu organisieren und neue Wege auszuprobieren.“

„Banken verlieren an Reputation“

In der Wirtschaftskrise trifft er damit den Nerv. Die Leute vertrauen den Banken immer weniger. „Die Banken verlieren an Reputation und haben angesichts der Skandale längst den Status eines stabilen Garanten verloren“, sagt Tarek El Sehity, Vermögenspsychologe an der Sigmund-Freud-Privatuniversität in Wien. „Die Menschen investieren lieber in konkrete Werte anstatt in abstrakte Papiere.“ Bei Staudinger sähen sie, was mit dem Geld passiert, wenn etwa neue Solaranlagen gebaut werden. Ähnlich sei der Boom bei Gold und Immobilien zu erklären.

Seit Beginn der Krise konnte Waldviertler die Umsätze noch verdoppeln. „Der Bio- und Alternativmarkt ist in der Krise explodiert“, sagt El Sehity. Vor allem das Bildungsbürgertum wolle über das Konsumverhalten auch ein politisches Statement abgeben und kaufe regionale, bekannte Qualitätsprodukte. Einige gehen einen Schritt weiter und investieren einen Teil ihres Geldes gleich in die Firma, deren Schuhe sie tragen.

Links:

Quelle: http://noe.orf.at/news/stories/2554946/

Gründe für einen neuen Anfang suchen

Der Mensch an sich, ist ein sehr komplexes System von vielen „Footsteps“ (Eindrücken) aus seinem Leben, die sich seit Kindheit an wie eine Perlenkette aneinander reihen. Oftmals bleibt aber eine Perle darauf schwarz, wobei die anderen wieder weiß sind. Was die schwarze Perle auch für einen Grund hat, und egal wie viele wir uns im Leben auf die Kette gezogen haben, sie werden immer auf der Perlenkette bleiben, auch wenn danach wieder viele weiße kommen. Wir haben im Leben sehr einprägsam gelernt, dass wir nur die weißen Perlen ansehen sollen, wenn wir uns zurück erinnern. Das ist jetzt, in dieser neuen Zeitqualität, anders geworden. Wir raten Jedem, dass es auch die schwarzen Perlen zu betrachten gilt. Denn diese haben eine essentielle Auswirkung auf unser Leben gehabt, die auch den Grund für eine Erkrankung wie Burnout in sich tragen kann. Dort gibt es oftmals Antworten auf die Frage „was ist schiefgelaufen“ oder „wann und warum habe ich eigentlich eine Entscheidung getroffen, die solche Auswirkungen auf mich hatte“ usw.

Geführt von einer Krankheit wie Burnout, hat man die Chance inne zu halten und alles noch einmal zu überdenken im Leben. Fehler die man vielleicht einmal gemacht hat, und denkt, dass man sie nicht wieder ändern kann. Die Richtung geben wir uns immer selber an, und wir entscheiden uns ganz alleine selbst dazu, diese Richtung auch beizubehalten. Warum also nicht auch einmal seine Meinung ändern, und die Richtung dann auch? Warum an etwas festhalten, was sich als schlecht für das eigene Leben herausgestellt hat?

Dass es Anderen in unserem Umfeld etwas bitter aufstoßen wird, ist nicht zu ändern und daher eine Tatsache auf die man sich einlassen muss, wenn man für sein eigenes Leben etwas tut. Wann haben sie das letzte Mal einen Urlaub ganz alleine gemacht? Egal wie lange, aber alleine.

Wieviel Zeit verbringen Sie nur mit sich selbst, ohne Familie, Freunde, Telefon, Fernseher, Radio und Zeitung? Können sie eine Zeit nennen, in der Sie nichts anderes getan haben, als ganz selbst zu sein und zu tun was Ihnen gut getan hat? Egal ob in der Natur, zu Hause, in der Arbeit oder an einem Wochenende irgendwo, wo Sie absolut Fremd sind. Wieviel ihrer Zeit braucht alles Andere und jeder Andere, als Sie sich für sich selbst nehmen?

Wir haben alle Zeit, doch die wenigsten nehmen sie sich! Warum auch immer. Ausreden gibt es genug. Schenken sie sich Zeit. Ganz persönlich nur für Sie selbst, und beobachten Sie, wie es Ihnen dabei geht. Es macht nichts, wenn es nicht gleich beim ersten Mal gelingt. Geben Sie nicht auf, denn alles braucht seine Gewöhnungszeit. Man hat sich ja schließlich auch nicht von jetzt auf Gleich an das derzeitige Leben gewöhnt. Es hatte auch einige Zeit zum Reifen, das Leben im Chaos und Stress hat viele Gesichter.

Sehen sie sich den aktuellen Dokumentar-Film „SPEED“ von Florian Opitz an, oder lesen Sie das gleichnamige Buch. Sie werden erstaunt sein, was uns in dieser Zeit alles beeinflusst, wovon wir keine Notiz nehmen, und doch damit leben!

Es ist das Unbewusste, das uns schadet. Alles was ich bewusst tue und lebe, kann ich selbst beeinflussen. Die Medien programmieren uns mit ihrer Information und Werbung. Die Politiker sagen uns nur die eine Hälfte der Wahrheiten und so geht es immer darum, dass wir sehr unbewusst zu etwas gemacht werden, ohne dass wir es bemerken. Und das immer stärker, und stärker. Alles um uns herum ist so aufgebaut. Das gesamte System der heutigen Demokratie ist so aufgebaut, dass es allen gut geht, und einigen etwas besser. Wir sind selbst schuld, dass wir uns auf andere verlassen, die die Möglichkeit von uns bekommen, mit uns zu machen was sie für richtig halten.

Demokratie ist gut, aber was daraus gemacht wurde, ist nicht mehr die wahre Demokratie, sondern Führung wie andere es wollen. Alle haben da ihren Anteil daran, dass jeder, der in diesem System integriert ist, auch alles dazu tut, damit er sich etwas von diesem Kuchen abschneiden kann. So ist der Mensch.

Doch es scheint, dass sich etwas verändert, weil jetzt die größten Eidechsen sehr auffällig geworden sind. Sie haben zum Schluss vor laufenden Kameras uns Bürgern erklärt, dass dieses Fressen der anderen nur für unser eigenes Wohl dient.

Wer nicht gefressen werden will, muss sich still und klein verhalten, und in der Masse untertauchen. Alles mitmachen, und zu allem ja und Amen sagen. Diese Zeit ist zu ende. Was jetzt folgt ist sicher nicht leicht für die Eidechsen-Menschen. Sie werden mit Sicherheit großen Hunger verspüren, denn bisher haben sie ja unaufhörlich gefressen. Wenn aber der Kuchen schwindet, wird der Hunger nur mehr selten ganz gestillt werden können. Wie gesagt, der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

Was darum jetzt folgt, wird sicher das umher schlagen dieser Kreaturen, die ihren Hunger nach Macht und Geld stillen wollen. Geld ist nicht mehr in dieser ausreichenden Menge da, um ihren Hunger vollends zu stillen, weil es sich immer mehr zu diesen gierigen Eidechsen hingezogen hat, und Macht ist nur dann eine wirkungsvolle, wenn sich irgendwer von dieser einfältigen Macht beeindrucken lässt. Wenn niemand mehr bereit ist, Geld zu erarbeiten, um den Hunger der Gefräßigkeiten zu stillen, wer soll dann seine Macht behalten können?

Unruhige Zeiten, die da auf uns zukommen, das ist sicher. Aber genau deswegen ändern wir auch unser Leben, gerade jene noch eher, wenn sie aus diesem System der Lügen halbtot herausfallen, und durch Burnout oder ähnliche Zustände nicht mehr in der Lage sind bzw. nicht mehr bereit sind, das falsche Spiel weiter mit zu spielen.

Alles Gute und einen erfolgreichen Weg ins neue Leben!

Günter Novak

Psychische Erkankungen in Österreich v. 2012

Knapp 900.000 Menschen in Österreich leiden an einer psychischen Erkrankung.

Etwa jeder vierte Österreicher leidet im Laufe seines Lebens an einer psychiatrischen Erkrankung. Im Jahr 2009 – dem letzten Jahr, zu dem Daten aus dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger existieren – nahmen 886.000 Menschen wegen solcher Beschwerden Leistungen der Krankenversicherung in Anspruch. 70.000 Patienten wurden stationär behandelt.

Die häufigsten Diagnosen sind depressive Krankheiten, Angst- und Zwangsstörungen (rund 400.000 Personen in Österreich), Alkoholabhängigkeit (etwa 330.000 Personen), Schizophrenien (circa 120.000 Betroffene) und Demenzen (rund 110.000 Betroffene).

Hälfte älter als 60 Jahre

Der Großteil der Betroffenen (470.000) sind älter als 60 Jahre alt, knapp 10.000 Minderjährige wurden behandelt. 420.000 Patienten sind im erwerbsfähigen Alter, wobei Arbeitslose rund vier Mal häufiger von einer psychischen Erkrankung betroffen sind als Arbeiter und Angestellte.

Krankenstände, die durch psychische Erkrankungen ausgelöst werden unterscheiden sich deutlich von Krankenständen aufgrund körperlicher Gebrechen. Während letztere im Schnitt elf Tage dauern, sich psychisch Erkrankte durchschnittlich erst nach 40 Tagen wieder zurück im Berufsleben. Dies ist auch der Hauptgrund für die deutlich höheren Kosten psychischer Arbeitsunfähigkeit (1.750 Euro zu 730 Euro bei körperlicher Arbeitsunfähigkeit).

Kosten

Insgesamt machten die Kosten für die Behandlung im Bereich der psychischen Erkrankungen im Jahr 2009 bei den Krankenversicherungen rund 750 Millionen Euro aus. 250 Millionen Euro entfallen dabei auf Medikamente (größtenteils Psychopharmaka), bis zu 150 Millionen auf ärztliche Hilfe, 63,4 Millionen auf Psychotherapie und psychotherapeutische Medizin sowie weitere 5,4 Millionen auf klinisch-psychologische Diagnostik. Dazu kommt Krankengeld in Höhe von 70,6 Millionen Euro und mehr als 280 Millionen Euro für Spitalskosten.
Quelle: kurier.at

Burnout und Demeter ? – Lebensphilosophie einer Zivilisationskrankheit

Vorwort

Philosophie von Demeter (Rudolf Steiner)

Diesen Mehrwert in diesen Produkten, möchte ich den
Menschen nahe bringen, und sie daran erinnern, dass es eine Zeit gegeben hat,
in der solcher Anbau Tradition hatte. Nur die Profitgier und das immer
schnellere Wachstum Streben hat uns in vielen Teilen der
„Lebensmittelerzeugung“ Nahrung auf den Tisch gebracht, die bei weitem nicht
mehr den Energie- und Wirkstoffinhalt hat, als noch vor 50 Jahren. In Nahrung, die nach „Demeter“ angebaut wird,
ist die positive Wirkung von Seele, Geist und Körper sehr gut vereint, und
lässt auch für das Leben nach der Rehabilitations-Klinik viel Spielraum für ein „anderes
Leben“, als davor. Es geht um das ganzheitliche Zusammenwirken der inneren und
äußeren Wirkungen auf den Körper und den Geist und damit wiederum auf die
Seele. Das anthroposophische Weltbild
umfasst die wichtigen Lebensteile, die uns tagtäglich beschäftigen, ob bewusst
oder unbewusst. Am Mineralischen durch das Stoffliche in seinem Körper,
am Pflanzlichen durch die Lebensprozesse und am Tierischen durch die
Empfindung. Wir sind geneigt anzunehmen, dass der Mensch fähig geworden ist,
die Naturreiche des Mineralischen, Pflanzlichen und Tierischen in ihren
Zusammenhängen zu erkennen und durch sein Bewusstsein eine geistige Dimension
als vierte Ebene sichtbar zu machen. Zusammenfassend können wir sagen, dass der
Mensch so in den Naturreichen darinnen steht: Durch das Sein ist er mit dem
Mineralreich verbunden, durch das Leben ist er mit der Pflanze verbunden, durch
die Empfindung ist er mit dem Tier verbunden, durch den Geist transzendiert er
die drei Naturreiche.

Wir sind davon überzeugt, dass die richtige Lebensweise,
also das ganzheitliche, unbedingt gelernt werden sollte. Es ist über den
Klinikaufenthalt natürlich zu wenig Zeit, alles so tief in sich auf zu nehmen
und vor allem zu behalten. Das geht meistens ein paar Wochen gut, und dann hat
sich der Alltag derart wieder eingeschlichen, dass viele gute Vorsätze nicht
mehr im Kopf bleiben, bzw. nicht mehr zur Anwendung kommen. Genau da wollen wir
unsere Arbeit dazu leisten, diesen Menschen durch die SHG immer den nötigen
Halt zu vermitteln, dass es mit dem „neuen“ Leben „danach“ auch weiter gehen
kann, wenn man es nur stetig im Auge behaltet. Kontinuität ist bei allem das
wesentliche, es kann nur etwas daraus werden, wenn man es im Leben dauernd tut.
Das gute wird besser, das schlechte wird schlechter. Kontinuität wirkt in beide
Richtungen.

Der Ansatz

1.

Der Regen fällt auf den Acker.

Das Korn treibt danach aus und strebt dem Licht entgegen.

Der Mensch erntet das Korn und macht Brot daraus.

Das Brot wird gegessen und Teile davon wieder ausgeschieden.

Der Acker wird bestellt und gedüngt.

Dieser Kreislauf bestimmt das Leben.

Die Pflanze und das Tier und der Mensch sind alle von der
funktionierenden Erde abhängig.

Sowie von der Sonne und dem Mond.

Die Sonnen bringt das Leben auf der Erde, sie wärmt uns,
macht es, dass die Pflanzen blühen und Mensch und Tier belebt werden. Sie
stärkt alles auf der Erde befindliche und macht uns darum glücklich.

Der Mond hat eine unsichtbare Wirkung auf alles auf der
Erde, und ist der spürbare.

Wir leben in dieser Art gemeinsam vom selben Lebensspender.

Wir brauchen einander und müssen uns gegenseitig helfen.

Der Mensch hilft dem Tier, das Tier hilft den Pflanzen, die
Pflanzen helfen der Mineralenwelt.

Es ist eine andauernde Umformung und weiterformung der
Elemente bis zum Menschen.

Der Mensch ist die höchste Stufe, so ist er fähig der
Geistige zu sein und der Höhepunkt der Formen auf der Erde.

Sein Wille befähigt ihn, Entscheidungen zu treffen, die ein
Tier oder eine Pflanze niemals treffen können.

2.

Dieses Bewusstsein fehlt oftmals durch die mechanisierte
Welt, die uns umgibt.

Wir fahren an Äckern vorbei, sehen den Bauer, der sein Feld bestellt,
nehmen aber seine Bedeutung nicht als die Basis des Lebens wahr.

Das liegt auch daran, dass heute alles mit den
überdimensionalen Maschinen gemacht wird.

Dadurch rückt die eigentliche Arbeit weg vom Arbeiten am
Lebensmittel, und hin zur Getreideproduktion.

Es ist aber eine Wahrheit, dass das Getreide durch das
Wasser und durch die Sonne vom Himmel ganz von selbst wächst. Der Bauer braucht
nur mehr den natürlichen Dünger aufbringen. Der Rest passiert von ganz alleine.

Alles muss schnell und effizient gehen. Koste es was es
wolle, und wenn dabei die Pflanze auch nicht mehr in der Lage ist, die nötigen
Mineralien aufzunehmen. Das viele künstliche Düngen bringt hohe Erträge, also
viel Masse. Jedoch ist das Korn eine leere Hülse, ohne ausreichende Wirkstoffe.

Wir erwarten uns, dass uns das Brot stärkt und nährt, können
aber mit der üblichen Menge, die wir zu uns nehmen, nur Bruchteile der
benötigten Mineralien und sonstigen „Lebensstoffe“ bekommen.

Doch mehr ist nicht mehr drin.

3.

Der Weg, der jetzt bei Mensch und Tier weitergeht, ist das
Auslaugen durch fehlende Lebenssubstanz (Ressourcen)

Parallel hat sich die Zivilisation immer mehr beschleunigt,
sodass auch hier keine Zeit für das entspannte Ein- und Ausatmen geblieben ist.

Durch den erhöhten, körperlichen Stress in der
Nahrungsaufnahme und zusätzlich der Druck von Außen, fällt der Mensch in einen
Kreislauf ohne Erholung.

Es fehlt die Zeit für eine Pause von all den vielen
Anforderungen die uns antreiben, sowohl innen als auch außen.

Wir erkennen nicht, dass es bereits ein Maß der
Erträglichkeit überschritten hat und ein „Bremsmanöver“ eingeleitet werden
muss.

Das geht meist nicht einfach so, da man sich ja oft alles im
Leben für diese erhöhte Geschwindigkeit zurecht gemacht hat.

Das kann jetzt ein Kredit für eine Wohnung sein, dazu noch ein Auto auf Leasing und jedes Jahr 2-3-mal Urlaub an ausgefallenen Orten. Für die Kinder Reitunterricht und Tennis. Ein bequemeres Leben durch zusätzliche Geräte im Haushalt, die erhalten werden müssen und erhöhten Strom kosten, usw.

Alles das kostet Geld und persönliche Zeit. Zeit die man
vielleicht für sich selber brauchen würde. Zeit die man brauchen würde, um in
sich zu hören, was gerade wichtig ist für sich selbst.

Der Geist kann nicht ruhen.

Oft lebt man dann am Limit. Viel Zeit wird in die Arbeit
gesteckt, um sich alle diese Dinge leisten zu können. Man sucht dann immer
wieder eigene Belohnungen, die man sich selber schenkt, weil durch das viele
arbeiten sonst vieles für sich selbst schon zu kurz kommt. Das kostet wieder
meist Geld, denn andere, alternative Wege beschreitet man dann nur mehr sehr
selten, weil schon ein Pfad lange eingelernt wurde, der gut bekannt ist,
und bisher immer gut gegangen ist. Es fällt einem schwer, diesen Pfad einfach
hinter sich zu lassen. Obwohl ein neuer Weg mit Sicherheit besser wäre, weiß
man oft nicht wie der aussehen könnte.

Da, genau da, braucht dieser Mensch einen Stopp-Punkt.

Das kann jetzt einfach nur ein Innehalten sein, oder wenn
sich bereits eine Erkrankung zeigt, ein Klinikaufenthalt nötig werden.

Wichtig ist die Pause, um die Resonanz zu spüren, und einen
Abstand zu allem zu bekommen. Erst dann ist man in der Lage einen Kontrast zu
bemerken, und mögliche Fehler im Leben wahrnehmen zu können. Nötige Korrekturen
können dann leichter geplant werden, und die Lebensqualität kann wieder langsam
besser werden. Wichtig ist, dass man sich dafür wiederum die Zeit gibt, sich an
das neue Stück um Stück wieder an zu passen. Wir Menschen sind
Gewohnheitstiere, und gewöhnen uns nur langsam an neue Lebensveränderungen.

Zeit lassen, das ist der Auftrag an die heutige
Zivilisation, an den Menschen.

Zeit geben, das ist der Auftrag an die heutige Menschheit,
die Hilfe benötigt.

Zeit nehmen, das ist der Auftrag an die erkrankten Menschen,
die entschleunigen wollen.

Zeit ist nicht etwas das man einfach so hat, man muss sie
sich bewusst nehmen, damit man sie hat.

Eigene Prioritäten sehr beachten!

Liebe Leserin, lieber Leser!

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass sehr viele Menschen überhaupt nicht authentisch leben. Also so leben, wie Sie es eigentlich sollten. Sehr merkwürdig, dass es eine Menge Menschen gibt, die tatsächlich lieber weiter so leben, wie sie es gerade tun, obwohl sie spüren, dass da etwas nicht stimmt.

Der Burnout gefährdete kann diese Entscheidung aus den unten angeführten Gründen sehr oft nicht treffen, und lebt daher weiterhin in seiner eigenen „Hölle“ weiter. Oftmals ist auch kein Ausweg sichtbar, also leidet man lieber und jammert öfter, ändert aber nichts wesentliches im Leben. Denn das geht ja nicht.

Außenstehende, die man zu Rate zieht, sehen das oft auch noch ganz anders, als man selbst, und geben darum auch keine gute Hilfe bei solchen Problemen ab. Im Gegenteil, es sind gerade diese Menschen, auf die zuerst mehr gehört wird, als auf die eigenen Gefühle. Erst wenn der Schmerz nicht mehr zu ertragen ist, beginnt man ernsthaft darüber nach zu denken, ob diese „weisen“ Ratschläge der Freunde oder auch Verwandten, überhaupt eine Übereinstimmung mit der eigenen Empfindung hat. Löst das was ich darüber höre in mir einen Krampf aus oder eine Erlösung? Welches Gefühl ist das erste bei einem solchen Gespräch, und warum?

Sämtliche Empfindungen eines Burnout erkrankten können auch durch eine einhergehende Depression verschleiert werden, wobei dann nochmals erschwerter eine genaue Gefühlsregung möglich wird. Also nochmals eine Erhöhung der Schmerzgrenze zur Folge hat, was noch alles ertragen werden kann. Gefühlloses Leben, bzw. die Gefühle werden nur noch schwer wahrgenommen.

Dann ist es höchste Zeit, sein Leben zu ändern, und den Weg zu einem Psychiater, Psychologen oder einfach nur zum Hausarzt zu gehen. Ebenfalls sehr hilfreich sind Selbsthilfegruppen und Vereine, die speziell gegründet wurden, um in solchen Situationen die „Erste Hilfe“ zu leisten.

Die drei häufigsten Gründe von Burnout seien hier angeführt

1) Anerkennung

2) Eigenliebe

3) Angst vor dem Versagen

  1. Du brauchst niemanden um zu wissen, dass du gut bist, in dem was du tust und denkst. Es ist Dein Leben und Dein Weg!
  2. Du kannst vollkommen akzeptieren, wer Du bist und was Du bist. Nimm Dich so wie Du bist und will nicht anders sein.
  3. Habe keine Angst so zu sein, wie Du bist. Es kann Dir nichts und niemand etwas antun, was so schrecklich ist, dass es dich vernichtet. Steh dazu, und akzeptiere, dass es immer einen Menschen geben, der Dich nicht so möchte, wie Du bist. Das ist so. Wer Du bist, bestimmst Du ganz alleine. Auch wenn Du dafür hin und wieder Ablehnung erntest. – Bleib dabei! – Ganz du selbst!
  4. Nur Du bestimmst, was Du bist und willst. Höre auf Dich selbst und habe Achtung vor Dir. Mehr als vor anderen Menschen.
  5. Achte auf Deinen Glauben an Dich selbst, und glaube es, dass Du das Ebenbild Gottes bist. Geschaffen um frei in der Liebe zu leben. Du bist geschaffen, nach Seinem Ermessen, also bist Du vollkommen richtig, so wie Du bist. Nur Gott alleine weiß, was für Dich notwendig und gut ist und was Dich zu Vollkommenheit führt.
  6. Nimm an was Dir gegeben ist, und nimm an, was Du von Gott zugeteilt bekommst und schon bekommen hast.
  7. Alles was war, und alles was kommt ist Dein Weg, den DU gehen sollst, um zur Vollkommenheit zu gelangen. Lernen aus dem Erfahrenen und habe keine Angst vor neuen Erfahrungen.
  8. Gehe hinaus und leben Dein Leben, nach bestem Wissen und Gewissen.
  9. Achte auf die Menschen, aber lass Dich nicht von Ihnen runtermachen.
  10. Sein Du, und Du wirst nicht mehr scheitern, auch wenn Du dort und da noch nicht damit klar kommst. Mach Dir nichts daraus, denn dadurch lernst Du viel mehr, als Du denkst.
  11. Lebe und lerne weiter, gehe auf die Dinge zu wie ein Kind, das auch zuerst die Erfahrung machen muß, um dann zu wissen, wie es beim nächsten Mal damit umgeht.
  12. Habe keine Angst davor, es kann nichts geschehen, was Gott nicht will. Er hält Seine schützende Hand vom Anfang Deines Lebens, bis zum Ende über Dich. Er wird auch Ewig Deinen Lebensweg mit Prüfungen pflastern, weil Er Dich zur Vollkommenheit führen wird.
  13. Lass es zu, und werde Meister durch diese Erfahrungen.
  14. Lass Dich nicht davon abbringen, auch wenn es öfters sehr schwierig erscheint. Alles ist für Dich vorbereitet. Für Deine Vollkommenheit.
  15. Werde also Dein eigener Lebensmeister! 😉

In diesem Sinne, viel Erfolg auf Deinem Weg.

Liebe Grüße, Günter

Der Burn-out-Typ kümmert sich gerne um die ganze Welt …

… nur eben nicht um sich selbst!

Drei Schritte beschreiben, was passiert, wenn man in ein
Burn-out schlittert.

„Da war zuerst einmal die absolute Identifikation mit meinem
Job, gepaart mit dem inneren Zwang, mich ständig beweisen
zu müssen. Als Folge ist mein Privatleben mehr und mehr
der Arbeit gewichen. Dann traten körperliche Warnsymptome
auf. Am Ende war ich nur mehr ein vage angedeuteter Schatten
meiner früheren Persönlichkeit – alles, was mich früher ausgemacht
hat, hatte sich in Nichts aufgelöst, so als wäre eine
Festplatte gelöscht worden.“

Woran kann man bei jemandem die Burn-out-Gefahr erkennen?

„Wenn sich jemand mehr und mehr aus dem Privatleben
zurückzieht, für seine Familie, Freunde, Bekannten nicht mehr
greifbar ist, seine persönlichen Bedürfnisse negiert und nur
mehr für seine Arbeit lebt.“

Wann sollte man Hilfe suchen?

„Spätestens dann, als massive körperliche Beschwerden
auftraten – absolute Atemprobleme, ich bekam „keine Luft
mehr“. Symptome, die mich damals völlig verunsicherten und
die ich weder ein- oder zuordnen konnte. Psychologische Hilfe
habe ich gesucht, als ich nicht mehr schlafen konnte, doch
waren die von mir konsultierten Therapeuten im Hinblick auf
meine Problemstellung wohl überfordert.“

Zuerst ein Leben, das nur aus Arbeit besteht – und dann der Tag, wo man
es nicht mehr schafft. Wie erlebt man dieses Umschlagen?

„Ich habe mich geschämt. Geschämt dafür, versagt zu haben
und dafür, dass ich nicht mehr in der Lage war, die in mich
gesetzten Erwartungen zu erfüllen.“

Als du wieder an deinen Arbeitsplatz zurückgekehrt bist, wie war das für
dich?

„Sehr hilfreich war, dass ich vereinbaren konnte, die ers-
ten beiden Monate meine Dienstzeit selbst nach meiner Tagesbefindlichkeit
zu gestalten. Einerseits erlebte ich innerbetrieblich
viel Verständnis, andererseits aber auch starke Verunsicherung.“

Wen kann es treffen?

„Das kommt ganz stark auf die Wertehaltung an, die in der
Erziehung vermittelt wurde. Wobei ich davon ausgehe, dass
Burn-out gefährdete Personen sich ganz schwer tun, Grenzen
zu ziehen. Der Burn-out-Typ kümmert sich gerne um die ganze
Welt, nur eben nicht um sich selbst.“

Man sagt, dass es beim Burn-out um Wertekonflikte geht. Wie ist das zu
verstehen?

„Es geht darum, zu erkennen und auch zu akzeptieren,
dass die Leistung bei Weitem nicht der einzige Wert ist. Unser
Leben sollte auf einer ausgeglichenen Basis stehen und dabei
von mehreren Wertesäulen getragen werden. Gibt es nur eine
einzige und bricht diese dann weg, steht man plötzlich vor dem
Nichts.“

Würdest du sagen, dass es heute ein echtes Verständnis für diese Probleme
gibt?


„Inzwischen weiß man, dass Burn-out eine lebensbedrohliche
Erkrankung sein kann. Vom tatsächlichen prophylaktischen
Handeln sind wir aber insgesamt noch weit weg.
Bestenfalls gibt es bei gravierenden Problemstellungen anlassbezogene
Reaktionen in den Unternehmen.“

Burn-out? – Ach was , das schaffst du schon!

Burn-out-Gefährdung ist ein Prozess mit vielen Gesichtern, der sich über Jahre ziehen kann.
Die wenigsten Betroffenen wollen es wahr haben und strengen sich noch mehr an – bis irgendwann gar nichts mehr geht.

In Zeiten der Rationalisierung und des allgemein spürbaren
Kostendrucks werden viele Menschen vor die Aufgabe gestellt,
mit gleich bleibenden Ressourcen und in immer weniger Zeit
wesentlich mehr Aufgaben zu bewältigen. Diese Gleichung
kann auf Dauer nicht aufgehen. Die gesellschaftspolitischen
Folgen und deren Kosten sind fatal.
Natürlich spielt auch die Persönlichkeit eine große Rolle
dabei, ob jemand Burn-out gefährdet ist oder nicht: Sehr häufig
trifft es leistungsorientierte Menschen mit hohen Idealen und
Perfektionsansprüchen. Oft begegnen sie sich selbst mit großer
Härte und sind dabei ständig von Selbstzweifeln geplagt.
Die Angst, bestimmten Anforderungen nicht zu genügen,
putscht ihre Kraftreserven kurzfristig auf, aber langfristig werden
sie aufgezehrt. Permanente Anspannung und Hektik lassen
die unbedingt nötige Regeneration nicht mehr zu. Wer geistig
und körperlich permanent auf der Überholspur ist, wird früher
oder später zusammenbrechen.

Profitmaximierung gilt als höchstes Ziel …

Im Laufe der Zeit verwandeln
sich Idealismus, Arbeitseifer und Begeisterung in
einen Zustand chronischer Erschöpfung, die bald von diffusen
psychosomatischen Beschwerden begleitet wird. Ein häufiges
Gefühl bei Burn-out ist auch, zu wenig Erfolg im Verhältnis zum
Einsatz zu haben und unter fehlender Anerkennung und Wertschätzung
zu leiden. Das Missverhältnis zwischen den Bedürfnissen
des einzelnen Menschen und seinen Anforderungen
am Arbeitsplatz wird immer größer. Unzufriedenheit mit der
eigenen Leistung und Gefühle der Machtlosigkeit sowie Überforderung
machen sich breit. Ein Verschleiß von Werten und
Würde, von Fähigkeiten und Gefühlen beginnt. Dabei kann sich
eine massive Negativspirale ergeben, häufig von Depression
begleitet, schlimmstenfalls bis zum Suizid.
Die zu Grunde liegenden Ursachen von Burn-out sind
aber nicht ausschließlich hoher Druck am Arbeitsplatz. Häufig
ist es einfach nur die „Summe der einzelnen Teile“: Überlastungssituationen
sind ja auch in anderen Lebensbereichen
anzutreffen – gut vorstellbar bei AlleinerzieherInnen, die neben
ihrem Beruf mit ihren Kindern den Alltag zu managen haben,
wobei zusätzlich ein enger finanzieller Rahmen ihre Existenzängste
schürt. Ständig Doppel- und Mehrbelastungen ausgesetzt
zu sein, „begünstigt“ das Entstehen einer Burn-out-Krise.
Irgendwann muss man sich eingestehen, so schwer es
einem auch fällt, „Ich schaffe es nicht mehr“. Eine der größten
Unsicherheiten dabei ist, wie Partner und Arbeitgeber darauf
reagieren. Und vor allem: Wie komme ich aus dieser Krise
wieder heraus? All diese Überlegungen kosten Energie, die man
gerade zu diesem Zeitpunkt nicht mehr hat. Eines ist allerdings
sicher: Der Weg aus der Krise braucht nun seine Zeit. Krankenstände
bis zu einem Jahr sind keine Seltenheit!

… und der Wert „Leistung“ wird dafür missbraucht

Im Hinblick auf
die Zukunft wird entscheidend sein, wie die Arbeitgeber auf
das kollektive Stresssymptom reagieren. Noch können sie sich
erlauben das Problem „wegzuindividualisieren“, und „ausgebrannte“
Mitarbeiter ersetzen. Offensichtlich ist das leichter als
interne strukturelle Abläufe kritisch zu hinterfragen. Oft stehen
unklar abgegrenzte Arbeitsbereiche und widersprüchliche Rollenzuweisungen
dahinter, sowie unterschiedlichste Anforderungen,
für die keine ausreichende Arbeitskapazität zur Verfügung
gestellt wird.
Aber die Unternehmen können von ihren Mitarbeitern
nicht nur fordern – sie müssen diesen auch etwas geben: Weiterbildung,
Wertschätzung und vor allem Zeit zum Durchatmen.
Was wir dringend brauchen, ist eine gesellschaftliche Atmosphäre,
in welcher es selbstverständlich ist, eine gute Balance
zwischen Arbeitsleben und Privatleben zu finden. Denn jemand,
der gut in sich verankert ist, ist langfristig fähig, seine Energie
und seine Arbeitskraft mit Engagement und Freude am Arbeitsplatz
einzubringen.

Die Zunahme von Burn-out braucht uns nicht zu verwundern.

Was zählt, sind die Schlagworte „größer, schneller, mehr“.
Alles ist auf Wachstum und Wettbewerb berechnet! Laufend werden neue,
größere Bürogebäude, neue Unternehmen aus dem Boden
gestampft, die andere am Markt verdrängen oder neue, zusätzliche
Märkte schaffen müssen. Und jeder Euro, der investiert
wird, soll sich mit satten Zinsen rentieren.
Im Grunde leben wir im Überfluss (auch wenn er nicht
richtig verteilt ist) – und trotzdem giert alles schon auf die
nächste neue Produktgeneration, die noch mehr können, noch
besser sein wird. Und auf den nächsten Boom, die nächste
Sensation, die alles Bisherige in den Schatten stellen wird. Eine
Welt auf der Jagd nach dem Neuen – gehetzt von der Angst,
etwas zu versäumen. Die Maschine läuft heiß … bis hin zur Umwelt;
und man darf die Klimaerwärmung ganz naiv auch einmal
so verstehen.
Wir Menschen beschränken uns längst nicht mehr auf die
Rolle des unbeteiligten Rädchens darin. Zunehmend sind wir zu
kleinen Motoren geworden und treiben uns selber zu Höchstleistungen
an: Power, Tempo, Perfektion. Teils unter dem Druck
der Verhältnisse (drohende Arbeitslosigkeit, Prekarisierung,
Ich-AGs). Teils weil wir Hoffnungen damit verbinden, die sich
aber bei Weitem nicht alle erfüllen (die Marke Ich, der Schritt in
die Selbstständigkeit).

Und zweitens leben wir zusätzlich in einer Gesellschaft, der eine ausgeprägte
Wahrnehmungs- und Anerkennungskultur fehlt.

Wer jemals
Vorgesetzte gehabt hat, weiß vermutlich ein Lied davon zu
singen. In viel zu vielen Unternehmen und Institutionen gilt das
Motto „nicht getadelt sei genug gelobt“. Aber noch viel grundlegender
geht es darum, dass Kommunikation mit der Bereitschaft
zum Zuhören beginnt. Die breite Erfahrung von MitarbeiterInnen
dürfte in diesem Punkt allerdings die sein, dass sie
weder mit ihren Ideen, noch mit ihren Bedürfnissen wirklich
gefragt sind.
Dafür werden uns von der Medienöffentlichkeit mit
Vorliebe Ranglisten unter die Nase gerieben, die uns eigentlich
gar nichts angehen. Die reichsten Österreicher (zu denen wir
nicht gehören), die besten Schulen (in die unsere Kinder nicht
gehen), die erfolgreichsten Unternehmen (in denen wir nicht
arbeiten), die angesagtesten Urlaubsziele (die wir uns nicht
leisten können) – bis hin zur Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs
im Alters- und Nationenvergleich oder K. O.-Bewerben wie Starmania
und Dancing-Stars. Alles, um uns über den Umweg des
Infotainments daran zu gewöhnen, uns (in einem lebenslangen
Wettbewerb) mit anderen zu vergleichen – und gefälligst noch
mehr anzustrengen: „Nimm dir ein Beispiel, andere schaffen es
auch!“

Sich aber in keinem Fall mit anderen zu vergleichen, ist einer der
wichtigsten Punkte in der Vorbeugung von Burn-out!

Die therapeutische
Botschaft gegen den gesellschaftlichen Trend und für
das „menschliche Maß“ lautet: „Vergleiche dich nicht! Du bist
einzigartig in deiner Art – und genau so bist du okay. Du musst
niemandem etwas beweisen. Weder durch das, was du dir
leisten kannst, noch durch das, was du leistest. Und schon gar
nicht dadurch, dass du die Grenzen deiner Leistungsfähigkeit
missachtest, die du nun einmal hast, und die ganz wichtig für
dich und deine Gesundheit sind!“

Warum Burnout von vielen Menschen nicht verstanden wird…

Angehörige, Unternehmensleiter, der Betroffene selbst.
Jede dieser Gruppen hat immer wieder Probleme damit, diese Krankheit als eine Krankheit zu akzeptieren. Es ist aber eine Tatsache, dass alleine in Österreich 500.000 Menschen davon betroffen sind!
Es ist auch eine Tatsache, dass in vielen Familien der Partner nicht versteht, was genau damit einher geht.
In Selbsthilfegruppen wird versucht, diese Zielgruppen dafür zu rüsten, damit das Unverständnis für jene, die gerne mehr darüber wissen wollen, abzubauen. Dort werden Betroffene, Angehörige, und Interessierte zusammengeführt und ein offenes Gespräch angeregt.

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